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Gute Töne für Polizei und Kino

Musiker
Christian Köhler
Telefon:03 31/2 83 36 51

200 Auftritte ganz in Blau!

Stand: Mai 2017

Mädchen lieben Pferde und spannende Geschichten. Sie können sich dieses Jahr freuen, denn mit „Wendy“ und „Hanni und Nanni“ gibt es 2017 gleich zwei Kinofilme zum Mitfiebern. Der gute Ton dafür kommt aus der Baumblütenstadt Werder.

Hier, versteckt hinter alten Bäumen und einer romantischen Einfahrt, findet sich in Berglage ein eher nüchternes kasernenartiges Gebäude. Dort, wo früher die Autobahnpolizei der DDR einen Standort hatte, erhebt sich ein Gewirr an Tönen, gegen das das babylonische Sprachgewirr sicher harmonisch war. Dennoch steht hier die Wiege für hochkarätige Filmmusik!

Stimmen und komponieren
Dieser Widerspruch löst sich in der Person von Christian Köhler auf. Der 37-Jährige ist gleichzeitig Leiter vom renommierten „Landespolizeiorchester Brandenburg“ und liebt andererseits Filmmusik. So bittet er als Orchesterleiter seine über 40 Berufsmusiker einmal die Woche nach Petzow. Dabei geht es vor allem um Kammermusik- und Satzproben. Andererseits sitzt er hier gerne ungestört an seinem Arbeitsplatz mit Vopo-Romantik, um selbst kreativ zu sein. So dirigierte er die Filmmusiken zu den beiden Kinostreifen. Mit Christian Köhler hat das Landespolizeiorchester einen Leiter, der viel dazu beiträgt, dass trotz offizieller Einordnung als Landesorchester kein „verstaubtes“ Ambiente entstehen kann.

Hardrock von der Polizei
„Wir müssen mit der Zeit gehen“, begründet er, warum die „Bläser in Uniform“ umarrangierte Titel von Rockgruppen wie „Scorpions“ oder „Deep Purple“ im Repertoire haben. „Besonders gut kommt immer ‚Golden Eye‘ von Tina Turner an. Das war ein Titelsong von einem James-Bond-Film, was ja zur Polizei passt“, so die Begründung.

Tönerne Werbung
Er ist sich bewusst, dass das Landespolizeiorchester eine wichtige Funktion hat: „Wir sind ein Werbeträger fürs Land und insbesondere für die Polizei. Schließlich werden wir aus Steuermitteln bezahlt. Das bedeutet für mich eine Verpflichtung, absolut perfekt aufzutreten!“ Dass dies gelingt, bewies das herausragendste Orchester der Baumblütenstadt beim Auftritt zum Stadtjubiläum auf der Bis-marck­höhe. Die Veranstaltung war total ausverkauft. Sehr oft tritt Christian Köhler als Gast­dirigent beim Film­orchester Babelsberg auf. „Diese gelegentlichen Engagements sind mir wichtig, da es davon wichtige Impulse gibt.“

Junger Dirigent
Posaunist Christian Köhler kam aus Südhessen 2011 an die Spitze des „LPO“. Damals machte er Schlagzeilen als er mit 31 Jahren jüngster Leiter eines derartigen Klangkörpers wurde. Die Anzahl dieser spezialisierten Bigbands ist nämlich überschaubar. „Außer dem einzigen zivilen Blasorchester, der Sächsischen Bläserphilharmonie, unterstehen alle anderen Behörden wie Polizei oder Bundeswehr“, erklärt Köhler, wie es ihn aus dem Orchestergraben vom Stadttheater Darmstadt zu neuen Höhen mit musikeruntypischer Behördenstruktur trieb.

Töne für den Nachwuchs
Dort sind es gerade die „kleinen“ Engagements, die ihn groß faszinieren: „Eine unserer Aufgaben ist beispielsweise Prävention. Da kommen wir in Kitas und Schulen. Dann geht es um Verkehrserziehung oder andere Themen, die für Heranwachsende interessant sind. Wenn wir mit unserem Polizeibus auf den Schulhof einfahren, gibt es oft viel Skepsis. Waren wir gut, kommen die Kinder und wollen uns wieder sehen. Das ist dann ein schöner Erfolg.“ Ebenso sind die Musiker übrigens für Senioren da: „Da gilt es dann auf musikalische Weise auf Gefahren wie den Enkeltrick aufmerksam zu machen.“

Flotte Fotos!
Da derartige Veranstaltungen kaum mit einem Riesenorchester von 40 Personen durchgeführt werden können, gibt es als Alternative Kammermusik-Formationen, Quintetts und Quartetts. Mit etwa 200 Auftritten im Jahr gehören die Berufsmusiker aus Petzow zu den rekordverdächtig gefragten Gruppen. Dabei können sie auf ein ebenso rekord­verdächtiges Musikarchiv von 10 000 Stücken zurückgreifen, „von denen an die 2 000 aktuell sind“, so Christian Köhler. Doch damit begnügt er sich nicht: Um mit der Zeit zu gehen, greift die ungewöhn­liche Bigband auf mehrere Arrangeure zurück, die das Gefühl dafür haben, Rock- und Poptitel so umzuschreiben, dass sie so flott wie es die Polizei erlaubt, vorgetragen werden können. Mit flott hat der umtriebige Orchesterleiter übrigens so das eine oder andere private Problem: „Blitzerfotos von mir sind mir durchaus bekannt“, hat der Polizeimusiker schon andere Seiten seiner Behörde erlebt. Also doch lieber hoch zu Ross wie „Wendy“ im Kino!