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Rezept gegen trübe Tage: Immer schönes Wetter und gute Laune

03327/71694 03327-71694 0332771694
Künstler
Günter Ihle
Telefon:0 33 27/7 16 94
Website:www.guenterihle.com

Rezept gegen trübe Tage

Stand: Juni 2019

Was tun, wenn die Sonne einfach nicht jeden Tag wie gewünscht ins Haus strahlt? Selbst in der vom Klima so bevorzugten Baumblütenstadt soll dies ja hin und wieder vorkommen. Dagegen gibt es aber ein Mittel, das garantiert immer hilft!

Dies hat Günter Ihle gefunden. So kann er jetzt jeden Tag eine herrliche Havellandschaft genießen. Egal ob es draußen stürmt, regnet oder schneit, beim ihm im Reihenhaus ist stets gute Stimmung.

Triptychon als virtuelles Fenster
Dafür hat er nämlich selbst gesorgt, mit einem farbenfrohen Triptychon. Was man sonst eher aus Kirchen kennt, schmückt die gesamte Wand seiner „guten Stube“. Im rest­lichen Haus stapeln sich hingegen ungemein farbenfrohe Bilder am Boden.
„Ausgerechnet dieses Bild, das ich für mich selbst haben möchte, fand schon viele Kaufinteressenten“, wundert sich Ihle. „Aber das gebe ich nicht her!“

Ärger mit dem Vermieter
Der Maler, der dieses Jahr den runden 85. Geburtstag feiern konnte, hat sich 1996 für die Baumblütenstadt entschieden, weil ihm im vornehmen Berlin-Halensee nach über 40 Jahren „wegen Eigenbedarf“ die Wohnung gekündigt worden war. Was ihn immer noch ärgert, hat auf seine Arbeit allerdings viel positiven Einfluss genommen. Der Maler von Berliner Stadtlandschaften hat sich schnell in seine neue Umgebung mit der überwältigenden Natur verliebt.

Moderner Havelmaler
Damit wurde die Riege der Havelmaler wie Karl Hagemeister und Gerhard Graf mit ihren meist romantischen Motiven um einen Künstler erweitert, der eher vom späten Impressionismus und Expressionismus beeinflusst ist.
Günter Ihle stammt aus einer Arbeiterfamilie. Sein Vater war Dreher, die Mutter Heimarbeiterin. Ihle erinnert sich, dass er Pappen, die er gefunden hatte, grundierte und sich selbst Farben herstellte.
Er besserte sein Taschengeld durch Stillleben, Landschaften und Heiligen­bilder auf, die rasanten Absatz fanden.

Rosen als Verhängnis
Nach der Volksschule wäre er gerne auf die „Arbeiter- und Bauernfakultät“ gegangen.
„Doch dort war man der Meinung, dass ich erst eine Lehre machen sollte, was meine Eltern ebenfalls befürworteten. Also bewarb ich mich in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, als Porzellanmaler. Um meine Eignung herauszufinden, sollte ich drei gleiche Rosen zeichnen. Das misslang. Schließlich kam ich bei einem Dekorationsmaler unter. Hier lernte ich unter anderem, Wandbilder zu machen. Neben normalen Malerarbeiten waren wir mit der Ausgestaltung von Tanzsälen beschäftigt. Da habe ich viel gelernt“, blickt Günter Ihle zurück.

Haltung zeigen!
Er schloss die Lehre in nur zwei Jahren ab. Anschließend studierte er zwei Jahre an der „Fachschule für angewandte Kunst“.
Er berichtet weiter: „1952 ging ich mit einem Kommilitonen nach Westberlin, wo ich blieb. Es ging mir damals weniger um politische Gründe sondern um bessere Materialien.“
Dank Gesellenbrief findet er sofort Arbeit. Zugleich besucht er die Meisterschule für Kunsthandwerk. Deren Leiter Professor Jan Bontjes van Beek, der selbst Keramiker war, prägte ihn.
„Er machte uns deutlich, dass man im Leben und in der Kunst Haltung zeigen muss!“

Spätwerk in Werder
Ihle war seit 1959 freischaffend tätig. Neben der Malerei war er mit Kunst am Bau beschäftigt, war für Kurhäuser gefragt, arbeitete für die „Messe Berlin“ und fürs „ICC“ als Grafikdesigner.
In Werder beginnt er eine neue malerische Phase, die er als Spätwerk bezeichnet. Es entstehen kraftvolle Bilder von Gebäuden und Landschaften: „Die Natur ist das Elementare, sie braucht den Menschen nicht“, begründet er, warum Personen auf seinen Bildern weitgehend fehlen.

Schicksalsschläge
Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod von Ehefrau Rosemarie Ihle vor fünf Jahren. Ausgerechnet in der Nacht zu seinem 84. Geburtstag erlitt er einen Schlaganfall: „Ich wachte morgens auf und spürte meine Hände und Beine nicht mehr. Ich dachte, das gibt sich schon, robbte in die Küche und versuchte es mit einem Kaffee. Als das nichts half, rief ich meine Tochter an. Dann nahm alles seinen Lauf. Ich verbrachte neun Wochen in der Reha. Zum Glück habe ich in den Händen wieder die volle Kraft, nur auf den Beinen komme ich noch etwas schwammig daher“, schildert er. „Die Malerei gibt mir den Antrieb, jeden Tag aufzustehen.“

Gute Ideen
Jetzt schöpft er aus dem Fleiß früherer Tage: „Meine Skizzenbücher von damals sind Grundlage für die Bilder von heute!“
Dabei hilft ihm immer der Blick aus dem virtuellen Fenster in die schöne Havellandschaft: „Wir wollten ein Reiheneckhaus, was wir nicht bekamen. Deshalb habe ich die Wand, wo das Fenster sein sollte, mit einem Bild ausgestattet, das einen Blick bietet, wie es durchs richtige Fenster kaum möglich gewesen wäre!“
Günter Ihle freut sich über Besucher: „Vorher anrufen, dann kann man durch meine Bilderwelt stöbern.“ Kunstfreunde sollten diese Chance wahrnehmen, denn diese Welt ist spannend, dekorativ und hat Potenzial.