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Aus Schüchternheit zur internationalen Karriere: Mit „privatem Theater“ zum Welterfolg

0172/3466054 0172-3466054 01723466054
Künstlerin
Katerina Belkina
Telefon:01 72/3 46 60 54
Website:www.belkina.art

Fotos wie Gemälde

Stand: Juli 2020

Was macht man, wenn man gerne Schauspieler sein möchte, aber zu schüchtern zum Auftreten ist? Ein junges Mädchen fand hier einen so ungewöhnlichen Weg aus dem scheinbar unlösbaren Dilemma, dass sie heute international gefragt ist.

Ihr Trick: Katerina Belkina spielt ohne Publikum, nur für die Kamera. Es entstehen aufwendig inszenierte Szenen, bei denen sie das einzige Modell ist. Kostüme und Ausstattung fertigt sie selbst. Anschließend vollendet sie die ungewöhn­lichen Fotos mit dem digitalen Pinsel zu „Gemälden“. Dieses „private Ein-Personen-Theater“ findet nun dauerhaft in der Baumblütenstadt Werder statt.
Katerina Belkina knüpft in ihren Arbeiten gerne an Kunstepochen an.
„Ich liebe insbesondere die deutsche und niederländische Renaissance“, erklärt sie.

Märchenhafte Märchen
Dann wieder visualisiert sie bekannte Märchen der Gebrüder Wilhelm Grimm und Jacob Grimm. Sie beschäftigt sich mit Feminismus und der Frau in der Gesellschaft. Bei aller Schüchternheit zeigt sie, wo es ihr angebracht scheint, ihre erotischen Reize. Mit dieser Symbiose aus Malerei, Fotografie und Digitalmedien „erfand“ die in Südostrussland geborene Mutter von zwei Kindern eine neue Kunstform, mit der sie weltweit Furore macht. Sie schaffte es auf mehrere Titel­seiten von einschlägigen Magazinen wie gerade soeben vom Fachmagazin „Foto Hits“. Sie wurde mit Preisen überhäuft und wird von namhaften Galerien in vielen Weltstädten vertreten. Dazu gehören Moskau, Berlin und Budapest. Sie ist in Italien ebenso präsent wie in den Niederlanden und sogar in der Türkei.

Abenteuer Moskau
Von Werder aus arbeitet sie im engen Verbund mit Ehemann Karsten Meißner.
Die Verbindung entstand auf beinahe so ungewöhnliche Weise wie die neue Kunstrichtung von Katerina Belkina.
„Ich war abenteuerlustig, wollte die Welt sehen. Also kaufte ich mir ein Zug­ticket nach Moskau. Ich wohnte zwei Wochen in einem Hostel, bewarb mich bei diversen Firmen und wurde in einer Werbeagentur genommen. Bei einem Freund stieß ich auf Katerina. Ich war fasziniert von ihr und ihrer ungewöhn­lichen Arbeit“, erinnert sich der Ex-Dresdner. Heute managt der 43-Jährige seine Ehefrau. Das Paar hatte 2013 geheiratet.

„Theater“ mit Seeblick
Katerina Belkina arbeitet jetzt in der hellen großzügigen Wohnung mit himmlischem Panoramablick auf den Glindower See. „Gleich in der Nähe ist eine Badestelle, die wir gerne nutzen“, freut sich das Paar über die neue Heimat. Anlass war, dass ihnen Berlin zu hektisch geworden war, vor allem wegen ihrem gemein­samen Töchterchen Mia.
Hier wollen sie nun die Baum­blütenstadt zu einem weiteren Anziehungspunkt für moderne Kunst machen. „Wir sind dabei, in der Mühlenstraße 14 auf der Insel die ‚Mia-Galerie‘ zu eröffnen“, laden sie ein.

Künstlerfamilie
Katerina Belkina kam schon als kleines Kind in den Einfluss von Kunst, da ihre Mutter Malerin ist.
Dennoch entschloss sie sich für einen anderen Weg und erprobte sich in der Fotografie: „In der 7. Klasse, als ich 14 Jahre alt war, bekam ich meine erste Kamera, eine Zenit“, erinnert sie sich. Diese robuste Spiegelreflexkamera aus der Sowjetunion war im Westen ebenfalls sehr beliebt und gehört zu den weltweit meistverkauften. „In der Schule gab es ein Fotolabor, wo wir herumexperimentieren durften.“

Erleuchtung beim TV
Später besuchte sie die Kunstakademie in ihrer Heimat Samara am Rande vom europäischen Teil Russlands. „Ich wäre gerne auf die Universität gegangen, doch dann hätte ich von zuhause weggemusst, ins weit entfernte St. Petersburg oder nach Moskau. Das wollten meine Eltern nicht“, gibt Katerina Belkina weiter Einblick. Die „Erleuchtung“ kam, als sie eine Anstellung bei einem örtlichen TV-Sender erhielt: „Dort wurde nur am Computer gearbeitet. Ich sah sofort, was Programme wie Photoshop für künstlerische Möglichkeiten bieten.“

Preisgekrönt
Die Verbindung von digitaler Malerei und Fotografie fand bald viele Fans. Die Fachwelt wurde ebenfalls auf sie aufmerksam. Sie erhielt fast jedes Jahr eine Auszeichnung. Herausragend sind 2007 der renommierte Kandinsky-Preis, 2015 der Internationale Lucas-Cranach-Preis, 2016 der Hasselblad-Preis und zuletzt 2019 der Artfacts Performance Award, der anzeigt, wie sich ihr „Wert“ in der Kunstwelt sprunghaft erhöht hat.

Weltweit zu sehen
Werke von ihr befinden sich in New York und Istanbul sowie in Museen in St. Petersburg, in Buggenhagen oder in der Lutherstadt Wittenberg. Nach dem letzten Zyklus „Zweiraumwohnung“, der in Berlin entstand, arbeitet sie nun in der Wohnung in Werder an einer neuen Reihe. Dabei geht es ihr darum, das Leben in der Isolation, die der Frühling diesmal mitbrachte, zu thematisieren: „Es war sehr spannend zu sehen, wie die Natur sich ohne die Menschen entwickelte. Das ist ein völlig neuer Aspekt“, beschreibt Katerina Belkina. Im Herbst kann man noch mehr von der ungewöhnlichen Werderanerin sehen: Dann gibt sie im Buch „My work is my personal theatre“, das auf deutsch, englisch und russisch erscheint, Einblick in ihr „Werderaner Zimmertheater“.

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